KW 30

Letzte Woche habe ich doch den ein oder anderen interessanten Link gefunden, haderete aber ein wenig mit mir, über die art und weise, wie und ob ich (einige davon) hier behandeln soll.

Kasus knacktus is natürlich der Krieg in Gaza. Die Diskussion in Deutschland über diesen Konflikt erlebe ich als so verfahren, dass ich mich frage, ob ich einfach diesen Artikel verlinken kann, wenn bereits Mitleid mit den Opfern in Gaza als Antisemitismus interpretiert wird. Oder, wie kann ich es verantworten nur diese Artikel, in denen die Politik Israels kritisiert, zu verlinken, wo der Antisemitismus in Deutschland gerade wieder so massiv aufflammt, wo Menschen in Deutschland gegen Isralen und, total surreal, gegen "Juden" auf die Straße gehen. Muss ich jedes mal betonen, das die Hamas eine Terrororganisation ist, dass das Existenzrecht Israels außer Frage steht, oder kann ich (öffentlich) auf einem Level darüber reden, wo das als gegeben angesehen werden kann?

Manchmal habe ich das Gefühl, dass das Klima in Deutschland es kaum noch zulässt, Fragen zu stellen. Hier wird das Gefühl ganz gut beschrieben, was natürlich auch wieder als Antisemitismus ausgelegt wird (Antwort).


Kommen wir zu etwas fröhlicherem, dem Kapitalismus. Besser, der Kapitalismuskritik. Nein, noch besser, der Kritik and der Kritik. Bei all der (berechtigten) Kritik am Kapitalismus darf nicht vergessen werden, dass die vorkapitalistische Zeit für die Menschen schlimmer war.

Es ist nicht das Wirtschaftssystem, sondern die Politik, die die Leitplanken wirtschaftlichen Handelns bestimmt. Ein echter Schutz der Umwelt, menschenwürdige Arbeitsbedingungen und ein Leben im Einklang mit dem „inneren Ich“ sind in einem kapitalistischen Wirtschaftssystem möglich, wenn die Gemeinschaft es denn will und die Politik die dafür nötigen Leitplanken setzt. Im Umkehrschluss bedeutet die – wie auch immer konkret ausgestaltete – „Überwindung“ des Kapitalismus noch lange nicht, dass ein post-kapitalistisches System uns in ein Paradies führt.

Das Ziel einer besseren Zukunft können wir nur dann ernsthaft in Griff nehmen, wenn wir die Vergangenheit und die Gegenwart klar und ohne ideologische Scheuklappen analysieren. Mit zu kurz gedachter Kapitalismuskritik erweisen wir der nötigen Analyse jedoch einen Bärendienst.

Dazu passt auch das Manifest gegen die Arbeit, ich habe aber leider noch nicht geschafft, es zu lesen.

Zu meinen allseits beliebten Standardthemen "wir machen alles Kaputt" habe ich natürlich genau so Futter wie verschiedenes zum Themenbereich Veganismus und Ernährung.

Aber, zum Ende auch wieder was nettes, es gibt immer wieder auch Idee, wie man es besser machen kann. Und dann Menschen die es einfach tun

Zum Schluss bleibt mir nur noch, meiner Sehnsucht nach den Bergen Ausdruck zu verleihen.