Køpenhavn

Ich habe dann jetzt also endlich mal Kopenhagen besucht. Nett ist es da. Und, weil Hafenstadt, windig. Und auch wenn es nicht wirklich kälter war als bei uns, dieser Wind kühlt einen dann doch ziemlich durch, wenn man stundenlang die Stadt erkundet. Die Kopenhagener scheint das nicht zu stören, sie joggen bei Wind und Wetter ihre Runden um die nordwestlich der Innenstadt gelegenen Søs, und erledigen (wie ich es erwartet und erhofft hatte) die meisten ihrer Wege mit dem Fahrrad. Dabei verhalten sie sich erstaunlich gesittet und freundlich. Den hierzulande so oft ausgetragenen Kampf um die Straße konnte ich dort nicht entdecken.

Auch sonst gibt es das ein oder andere zu entdecken. Das Paludan Café in der Innenstadt, welches halb Café, halb Antiquariat ist. Oder das alte Parlament und das Jüdische Museum. Oder Christiania. Oder Nørrebro mit vielen netten Kneipen und Cafés. Vesterbro, welches mir auch als "coole" Gegend empfohlen wurde, fande ich hingegen eher langweilig, was auch daran gelegen haben mag, dass ich mir das tagsüber angesehen habe.

Im Nachhinein sind mir zwei Sachen aufgefallen. Erstens war ich die ganze Zeit unterwegs und beschäftigt, aber ich habe halt die Stadt besichtig, so etwas konkretes, was ich jetzt wirklich die ganze Zeit getan habe, kann ich garnicht benennen. Und Zweitens ist es immer wieder amüsant zu erleben, wie unser Gehirn so arbeitet. Als ich am zweiten morgen die Wohnung verließ um meinen Kaffee zu trinken, hatte ich dieses Gefühl der Vertrautheit, als ob ich mich da richtig gut auskennen würde, und schon ewig da wäre, und das nur weil ich eine Straße zum zweiten mal entlang gegangen bin. Sowieso hatte ich, wohl durch die vielen neuen Eindrücke, mal wieder das Gefühl, einfach schon ewig unterwegs zu sein, die Heimat war auch Gefühlsmäßig sehr weit entfernt. Und als ich dann zuhause wieder aus dem Zug stieg, kam es mir vor als wäre ich garnicht weg gewesen. Maximales Urlaubserlebnis in minimaler Zeit.