#31c3

Ich war jetzt endlich mal auf dem Congress des CCC. Und was soll ich sagen, ich bin schwer begeistert. Es war jetzt zwar mein erstes mal, aber mit sicherheit nicht mein letztes.

Riesengroßer Spielplatz ist wohl die beste Beschreibung für dieses Event.

Die Veranstaltung hat keinen Sponsor, ist nicht Werbegetrieben, und kann nur gestemmt werden durch den selbstlosen Einsatz von vielen vielen idealistischen Freiwiligen und Spenden. Und das merk man vor Ort. Einmal eben durch die Werbefreiheit, aber auch durch das wir-Gefühl. Es ist eben nicht der Congress eines Veranstalters, sondern der Congress der Community, und jeder fühlt sich ein Stück weit verantwortlich. Und um so erstaunlicher ist die Professionalität, mit der das ganze durchgeführt wurde, bei über 10.000 Teilnehmern.

Und auch wenn das Geschlechterverhältnis noch nicht ausgeglichen ist, es ist bei weitem besser als der landesläufige Ruf von "so Nerd Veranstaltungen". Der Weg mag noch lang sein, aber es geht vorran, die Richtung stimmt. Auch allgemein ist die Diversität schon beachtlicht. Es lässt sich natürlich nicht verbergen dass die Wurzeln der Szene bei Weißen Mittelschichts Männern liegt, aber man sieht deutliche Bestrebungen, das zu überwinden. Natürlich ist auch hier der Weg noch lang.

Aber, speaking about Nerds, auch wenn Computerthemen dominiert haben, war die Bandbreite an Themen viel größer. Schlösser knacken, Basteln, Politik, Stricken, Kochen, war Thema auf dem Congress, um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Ein besonderes Highlight waren auch die vielen Spielereien, mit denen die gesammte Location ausgestattet wurde, im besonderen natürlich die (Party-)Lounge. Fast überall gab es was zu sehen und zu entdecken.

Meine größten Kritikpunkte sind, a) dass der Congress vorbei ist, und b) dass es Menschen gibt die nicht da waren. Mich lässt der Congress mit viel Hoffnung zurück, und es wäre schön, wenn mehr Menschen diese Hoffnung teilen würden.

Aber, auch das darf nicht unausgesprochen bleiben, es waren manchmal auch zu viele Menschen da. Beim Foodhacking waren alle Sessions ausgebucht, so dass ich nicht teilnehmen konnte, die Coffeenerds waren durchgehend so überlaufen, dass entspanntes informieren eigentlich nicht möglich war. Und wenn man sich mal eben was zu essen holen wollte, musste man sich erst mal in lange Schlangen einreihen.

Nächstes Jahr bin ich wieder da. Bis dahin schaffe ich es hoffentlich auch, die Aufzeichnungen der Talks zu sehen, die ich verpasst habe.

(Photo by der_robert (not me ;-), CC BY 2.0)