Warum die Sache schiefgeht

Da habe ich es doch fast geschafft, das zweite Buch für dieses Jahr auch noch im Januar zu finischen. Aber leider bin ich diesesmal nicht ganz so begeistert.
Karen Duve lässt in ihrem Essay "Warum die Sache schiefgeht" ihrer pessimistischen Sicht freien lauf, und betrachtet sie Sache sehr einseitig. Als Streitschrift oder Apell mag das okay sein, durch ihr Ende, indem sie auch jedem Engagement den Sinn abspricht, jede Reformations- oder Revolutionsbewegung a priori zum Scheitern verurteilt, nimmt sie aber jede Hoffnung.

Aber zum Glück macht sie ein paar offensichtliche Denkfehler, und pöbelt mehr auf Stammtischniveau, so dass eben doch noch Hoffnung bleibt. (Es ist übrigens lustig, von offensichtlichen Denkfehlern zu schreiben, damit kann man Menschen, die das nicht so offensichtlich erkennen, ganz schön ins Grübeln bekommen ;-) ). Man könnte sich, nur so als Ansatz, zum Beispiel überlegen, dass einige der desaströsen Eigenschaften derjenige, die sie denjenigen unterstellt, die gerade die Welt vor die Wand fahren (kurz: "Männer"), auch nützlich seien können. Durchsetzungsvermögen und Risikobereitschaft kann man auch für "das Gute"(tm) einsetzen, nur müssen wir uns als Gesellschaft endlich darauf einigen, denjenigen, die für "das Gute"(tm) kämpfen, mehr Ansehen zu gewähren.
Auch sieht sie nur die negativen Entwicklungen, und blendet völlig aus, was alles so Gutes passiert, dass zum Beispiel die Kindersterblichkeit weltweit massiv zurück geht, oder die Lebenserwartung sich global immer mehr in einem hohen Niveau angleicht, von dem noch vor 100 Jahren nicht mal zu träumen war. Auch all die Initiativen, all die Menschen die es besser machen wollen, werden von ihr nicht genannt.
Doch so pauschal wie sie jede Initiative als zum scheitern verurteilt abschlägt, scheint sie kein wirkliches Interesse an einer Lösung zu haben. Schade.