zwei kurze Gedanken über die Zukunft

Ich will hier einmal kurz zwei Gedanken über die Zukunft festhalten, weil ich sie ganz spannend finde.

Erstens: Ich bin jetzt zwar weiß Kant kein Experte in Cyperpunk, aber eine der Visionen aus diesem Universum ist es, dass in Zukunft nicht mehr Staaten, sondern Konzerne das Weltgeschehen lenken. Und wenn man mal hin guckt, kann man in unserer Welt ja schon einige Parallelen dahin entdecken. Gerade die deutsche Bundesregierung sticht ja durch ihr rein verwaltendes Auftreten hervor. Es gibt keine Vision, keine Richtung, sondern nur noch ein Verwalten des Status Quo. Auf der anderen Seite sind es Firmen/Konzerne wie Facebook, Google und Apple, die an der Zukunft arbeiten, die Visionen in Sachen Verkehr und Kommunikation entwickeln. Einige Silicon-Valley Firmen sind sogar der Meinung, es wäre eine gute Idee, künstliche Inseln zu bauen um darauf eigene Staaten zu errichten, die wie Firmen geführt werden. Leider sind es dabei derade die Errungenschaften, die wir staatlicher Organisation und Regulierung, wie Arbeitnehmerrechte, Umweltschutz, Gleichberechtigung, etc, verdanken, die bei dieser Entwicklung über Bord gehen.

Zweitens: Es wird spannend sein zu beobachten, welche Rolle wir Menschen in Zukunft einnehmen werden. Damals, als die ersten Maschinen kamen, haben sie ja erst einmal nur mechanische Arbeit ersetzt (wobei dieser Prozess ja noch lange nicht abgeschlossen ist). Die Menschen konnten auf Jobs ausweichen, die über die reine mechanische Arbeit hinaus geht, die Planen, Auswerten, Verwalten, Denken, erfordert. Mittlerweile steht die zweite Welle an Automatisierung an, denn die Maschinen lernen zu verwalten und zu planen, so dass ein weiterer großer Aufgabenbereich wegfällt. Und wenn man sich es mal überlegt, viel bleibt für uns Menschen da nicht mehr über. Noch haben wir die Kreativität den Maschinen vorraus, aber daraus werden wir nich genug Aufgaben für alle Menschen schaffen können. Und so wird es wohl dazu kommen, dass ein Großteil der Menschheit zum reinen Konsumenten wird. Und ich meine das jetzt explizit nicht wertend. Ob es eine utopische, oder distropische Zukunftsvision ist, hängt davon ab, wie wir es gestalten. Wir können es humanistisch gestalten, indem wir alle mitnehmen, allen die Möglichkeit bieten, ein schönes, erfülltes, kreatives, Leben zu leben, die Star Trek Utopie, in der keine Armut, kein Geld, keinen Hunger gibt. Oder wir lassen die Schere zwischen Arm und Reich immer größer werden, lassen zu das diejenigen, die durch die neuen Maschinen ersetzt werden, zurück gelassen werden.


Beim Nachdenken über die Zukunft, und den vielen Möglichkeiten, wie es schlecht laufen kann, neigt ja so manch einer dazu, sich die guten alten Zeiten zurück zu wünschen, deswegen sei hier nochmal gesagt: diese guten alten Zeiten gibt es garnicht, hat es nie gegeben. Ohne all diese Technick, näher an der Natur zu leben, bedeutete damals für die meisten eine (Quasi-)Leibeigenschafft, akkern für den König/Grafen/Wenauchimmer, keine geregelten Arbeitszeiten, keine Rentenversicherung, keinen Bezahlten Urlaub. Na gut, Rente war eh nicht nötig, man ist ja vorher gestorben. Früher war nicht alles einfacher, es war nur anders, und meistens sogar schlechter. Also anstatt einer romantisierten Vergangenheit hinterher zu trauern, wäre es viel sinvoller an einer guten Zukunft zu arbeiten. Nicht nur die Probleme, sondern auch (und gerade) die Chancen und Möglichkeiten des Neuen zu sehen, und diese zu nutzen.