Leseliste für das Wochenende KW 15/2015

Da es draußen ja viel zu wamr und zu hell ist, bleiben wir besser alle drinnen und lesen diese tollen (aber nicht unbedingt positiven) Texte:

Endsätze mögen nur Halbsätze, Randbemerkungen, vermeintlich scherzhafte Kommentare sein, aber sie offenbaren eine Welthaltung, und zwar eine vollständig inakzeptable. Endsätze entlarven das unterstellte, gemeinsame Wertefundament als Illusion. Ihre Wirkung lässt sich mit keiner Entschuldigung aus der Welt schaffen.

_ben sagt dazu:

Es reicht nicht mehr, seine eigene Überzeugung nur zu leben und zu denken, das würde schon etwas verbessern. Wir müssen unsere Überzeugungen zuspitzen und deutlicher Äußern und für sie eintreten. Und dabei ist es für uns eine nicht unerhebliche Herausforderung nicht, wie in vorherigen Generationen, den Fehler zu machen, zu meinen, die Position, der Zweck, heilige die Form, heilige, die Mittel. Eintreten für Menschlichkeit, für Humanismus, für Gerechtigkeit geht nur, nur, nur wenn wir uns selber menschlich und gerecht und ohne jede Spur von Hass verhalten, auch wenn die Positionen der anderen noch so menschenverachtend sind … Hass ist beschämend, immer.

The Sun gets a lot of good press. Nearly everyone likes sunny days and rainbows. Solar panels are virtuous. Sunlight drives photosynthesis, which produces the oxygen we breathe. Our bodies make such mood-improving substances as vitamin D from sun exposure. Sun worship and solar deities appear throughout recorded history. We love our Sun. Popular now
Should we be suspicious of the Anthropocene idea?
Medieval technology, indistinguishable from magic
What can we do to save the Universe from certain death?

But, does the Sun live up to the hype? Do we really need it?

Graudenker lassen sich nicht vom Massengeschmack beeindrucken. Sie sind reflektiert. Sie haben keine Meinung, sie versuchen, sich eine zu bilden. Etwa dann, wenn sie Dinge selbst gesehen und erlebt haben. Sie fahren nach Israel und Palästina, sie kommen wieder und sagen: „Ich verstehe das noch immer nicht, aber ich verstehe es jetzt besser.“

Sie sind nicht unpolitisch. Sie sind offen für alle Seiten, interessiert an allen Argumenten. Sind undogmatisch, machen nicht alles mit, was „die Linken“ oder „die Konservativen“ für gut oder schlecht befinden – auch auf die Gefahr hin, als verdächtig zu gelten. Ihre Haltung ist Neugier. Das macht sie anstrengend, aber auch anregend. Sie sind empathisch und deshalb sympathisch.

Sie versuchen, die Motive ihrer Freunde, Partner, Kollegen zu verstehen. Sie stellen Fragen, statt sofort Antworten zu geben. „Warum magst du deinen neuen Job nicht?“ statt „Kündige lieber.“ Sie sind keine Egozentriker, sondern wissen, dass Schweigen manchmal das stärkere Statement ist als Plärren. Es gehört Mut dazu, sich als meinungslos zu outen. Es ist unbequem und anstrengend, grau zu denken. Aber es lohnt sich.

Ja!