Ich bin dann jetzt Trailrunner

In letzter Zeit habe ich mit dem Laufen ein wenig gehadert. Auch wenn ich Laufen immer als meinen Basissport ansehe, musste ich mich in den letzten Wochen doch immer sehr dazu überreden, die Schuhe an zu ziehen und vor die Tür zu gehen. Ich habe mir auch verstärkt andere sportliche Belastung gesucht, und bin wirklich nur gelaufen, wenn es nicht anders ging. Und ich musste laufen, weil ich mich in meinem jugendlichen Übermut für den Höhenflug Trailrun angemeldet und vielen Menschen davon erzählt habe. Wenn ich das nicht gemacht hätte, wäre meine Motivation wohl noch mehr abgesunken.

Und nu? Heute war dann der Lauf, ich könnte das jetzt abhaken, und mich einfach anderen Dingen widmen. Wenn der Lauf heute nicht so fantastisch gewesen wäre. Ich bin hier wohl einfach viel zu oft die immer selbe Strecke gelaufen, und das hat mich ermüdet. Ich habe ja schon manchmal versucht, der Routine zu entfliehen, indem ich mit der Bahn zu anderen (Lauf-)Gebieten gefahren bin, aber das heute hat mich noch mal so richtig gekickt.

Mir macht Trailrunning einfach einen mords Spaß! Viel hoch und runter, querfeldein und durch die Büsche. Herrlich. Straße laufen ist dagegen einfach langweilig.

Gerade dieses Event war aber auch wie gemacht dafür, meine Begeisterung für das Laufen wieder zu erwecken. Irgendwo mitten im Sauerland, weit ab vom schuss, in einem kleinen Dörfchen, wo sich gerade einmal 500 Läufer einfinden um gemeinsam durch die Wälder die Berge hoch und runter zu rennen.

Bei so einem Trailrun mit über 500 Höhenmetern merkt man aber direkt, dass der Anteil an ambitionierten Läufern viel höher ist als bei den normalen Breitensportevents. Dieses hoch und runter muss man sich eben zutrauen. Als ich das Starterfeld am Anfang gesehen habe, habe ich mir auch direkt keine Hoffnungen mehr gemacht, in meinem gewohnten vorderen drittel zu landen, und habe mich auch direkt ein wenig nach hinten im Start einsortiert.

Nach den ersten kleinen Anstiegen habe ich aber schon gemerkt, dass da mehr drin ist, auch wenn ich im Nachhinein dankbar dafür bin, durch das Feld ein wenig gebremst worden zu sein, so habe ich nicht meine ganze Energie zu früh verbraucht.

Ich konnte als die ersten paar Kilometer dazu nutzen, locker ein zu laufen, und dann den Aufstieg auf den ersten Gipfel dazu nutzen, mich weiter nach vorne zu kämpfen. Ab da hatte ich dann eine Gruppe gefunden, die in einem Tempo gelaufen ist, dass mir gut gelegen kam, und wir haben uns gegenseitig gezogen, den Berg runter und den nächsten hoch.

Bei diesem zweiten großen Anstieg habe ich dann auch viele eingeholt, die ich eigentlich schon aufgegeben hatte, und irgendwie habe ich es geschafft, bei dem Abstieg vom letzten Gipfel hinunter ins Tal zum Ziel noch soviel Kraft über zu haben, um noch weiter das Feld von hinten auf zu holen.

Sogar ein kleiner Schlussspurt war noch drin.

Am Ende bin ich so mit 01:51:49 12ter in meiner Altersklasse geworden, und das ist viel mehr als ich mir erträumt hatte.

Es hat aber auch alles gepasst. Das Wetter war herrlich, die Strecke der absolute Wahnsinn, und ich was auch ganz gut drauf. Und am Ende auch ganz gut geplättet!

Ich bin jetzt mehr als motiviert, das mit dem Trailrunning weiter zu verfolgen. Die nächsten Rennen sind schon ins Auge gefasst, und ich werde zusehen mein Lauftraining abwechslungsreicher zu gestalten, um diese Motivation nicht so schnell wieder zu verlieren.

Ich bin Trailrunner!