Für einen Wettkampf trainieren

Nach (oder vor) so einem Wettkampf wie letztes Wochenende werde ich schon mal gefragt, wie ich mich darauf vorbereite, und was denn ist wenn ich ausgerechnet an dem Tag einen schlechten Tag habe. Jeder Läufer kennt das, es gibt so Tag, da will es einfach nicht laufen, und man bricht nach wenigen Minuten ab. Wie verhindere ich, dass ausgerechnet an einem Wettkampf so ein Tag ist?

Die kurze Antwort ist: Trainieren!

Die etwas längere Antwort: Mehr Trainieren! Natürlich kommt es immer darauf an, welche Ziele man bei einem Wettkampf verfolgt, ob es darum geht an zu kommen, oder ob es eine bestimmte Zeit zu schlagen gilt, wie, und vor allem wie intensiv man trainieren muss. Aber so ganz allgemein wird man natürlich sicherer, je mehr man trainiert.

Meine Strategie besteht dabei aus grob drei Säulen, welche über das "ich laufe hin und wieder wenn mir danach ist, ein wenig durch die Gegend" hinnaus gehen:

  1. Training Planen. Ohne einen Plan geht garnichts. Genau so wie ich essen, Müll rausbringen, Arbeiten und Schlafen muss, muss ich auch dem Laufen eine Priorität geben, wenn ich an einem Wettkampf teilnehmen möchte. Natürlich kann dieser Plan lockerer oder fester sein, vielleicht nur eine bestimmte Anzahl an Läufen oder Kilometer pro Woche, oder ein fixer Plan mit exakten Pace-Vorgaben. Aber wichtig ist, dass ich etwas habe, woran ich mich halten kann.

  2. Training Durchziehen. Das ist sehr wichtig. Wenn ich nur laufe, wenn mir danach ist, kann ich auch nur laufen, wenn mir danach ist. Gerade wenn man müde oder gestresst oder nicht in Stimmung ist, wenn es regnet oder was auch immer, sollte das Training durchgezogen werden. An diesem Punkt trainiere ich, eben doch weiter zu laufen, auch wenn ich eigentlich kaputt bin, wenn ich eigentlich einen schlechten Tag habe. Hier kann ich die Grundlage für die Beantwortung der Eingangsfrage legen. Ich muss trainieren, auch an schlechten Tagen zu laufen, dann gibt es keine schlechten Tage.
    Ein anderer Aspekt dieses Punktes ist es, auch ausserhalb der Comfort Zone zu trainieren, schneller zu laufen, weiter zu laufen, als man eigentlich kann. Dadurch werde ich besser, dadurch erarbeite ich mir ein Polster.

  3. Training Nachbereiten. Gerade wenn ich einen schlechten Tag hatte, überlege ich, was die Ursache gewesen seien könnte. Hatte ich genug Schlaf? Was habe ich gegessen? Hatte ich Stress? Und ich versuche an diesen Parametern zu drehen. Natürlich geht es nicht von jetzt auf gleich, und es bedarf einer langen Try-and-Error Phase, aber mittlerweile weiß ich ziemlich gut, was und wie viel ich essen kann, das mir nicht schwer im Magen liegt und ich trotzdem genug Energie für einen langen Lauf habe; ich weiß wie viel Schlaf ich brauche, um fitt für einen Wettkampf zu sein. Diese Paramter sind höchst individuell, und die muss jeder für sich selber rausfindem.

Natürlich kann man immer noch einen schlechten Tag haben, dann ist das eben so, dann heißt es einfach abhaken und für den nächsten Wettkampf anmelden. Aber ich kann einiges dafür tun, um die Chance für einen schlechten Tag zu verringern, oder um trotz einen schlechten Tages wenigstens nicht abbrechen zu müssen.