Mein erster eigener Sauerteig

Ich backe ja schon hin und wieder mal ein Brot, habe mich dabei bisher aber an den Hefeteig gehalten, weil das nur wirklich sehr einfach, aber eben auch lecker und vielseitig ist.

Doch jetzt habe ich das nächste Level erreicht, denn ich bin stolzer Besitzer einer selbst gezogenen Sauerteigkultur. Und ich muss sagen, so wirklich kompliziert ist das auch nicht. Wo Hefeteig ein wirklicher no-brainer ist, erfordert Sauerteig ein wenig mehr Initiative, und vor allem Planung, mehr aber auch nicht.

Um einen Sauerteig zu züchten braucht man nur Wasser und Roggenmehl. Ich habe hier Vollkorn genommen, und das hat sehr gut geklappt. Man nimmt etwa 100gr Mehl und rührt da so viel lauwarmes Wasser rein, bis es etwa die Konsistenz von Pfannkuchenteig hat. Wichtig ist dabei, dass das Wasser wirklich nur lauwarm ist, nicht über 40°C, um den Teig nicht zu töten. Die Pampe stellt man nur abgedeckt an einen (warmen) Ort und lässt ihm seine Ruhe.

Jeden Tag nimmt man nun den Teig, und füttert ihn, was bedeutet wieder etwa 100gr Mehl und soviel lauwarmes Wasser nach zu schütten, bis es wieder die Konsistenz von Pfannkuchenteig hat.

Das ganze wird so 4-5 Tage wiederholt. Nach ein paar Tagen fängt der Teig an, leicht säuerlich zu riechen, und es bilden sich Blasen, und das ist ein gutes Zeichen, denn es bedeutet dass er lebt. Nur wenn er wirklich widerlich stinkt oder sich verfärbt ist er kaputt.

Nach den 4-5 Tagen nimmt man 200 gr des Ansatzes ab, füllt es in ein sauberes Marmeladenglas und stellt ihn in den Kühlschrank. Der Rest wird mit 500gr Mehl und Wasser zu einem Brotteig gemischt, und noch mal 4 Stunden gehen gelassen. Danach wir daraus ein Brot geformt und das ganze etwa 50 min gebacken. Wenn der Sauerteigansatz gut geworden ist, geht der Teig noch mal schön hoch, und das Brot wird schön fluffig. In etwa so:

Das Brot schneidet man erst am nächsten Tag an.

Für das erste Sauerteigbrot braucht man also etwa eine Woche Zeit. Jetzt wo ich gerade die erste Schnitte gegessen habe, muss ich aber sagen, es lohnt sich!

Und bei dem nächsten Brot geht es schneller. Man nimmt den Ansatz aus dem Kühlschrank, füttert ihn wieder mit etwa 200gr Mehl und Wasser, lässt das 24h ziehen, und dann fängt man wieder bei dem Teil, den man oben nach 4-5 Tagen hatte.

Der Sauerteig wird also immer älter, und er soll mit dem Alter auch immer besser werden. Da bin ich wirklich mal gespannt.

Im Kühlschrank soll er etwa 1-2 Wochen überleben, ich muss jetzt also spätestens alle zwei Wochen ein Brot backen.

Ich denke das bekomme ich hin.

Viel mehr und genauere Informationen zum Thema Sauerteig bekommt man übrigens da: http://www.der-sauerteig.com. Und viele viele Rezepte und Tipps gibt es da: https://www.ploetzblog.de


Aber was ich dazu noch sagen muss: Wo das Brot backen, egal ob Hefe- oder Sauerteig, so einfach und günstig ist, gibt es wirklich keinen Grund, um zu diesen Billigbäckern zu gehen. Ich gehe zum Bäcker, wenn ich ein richtig gutes Brot will, ein besonderes Brot, etwas, ich ich selber nicht hin bekomme. Wo ein Bäckermeister seine jahrelange Erfahrung rein gesteckt hat.