Der Wüstenläufer

Wieder ein Buch durch: Der Wüstenläufer. So ganz grob handelt es davon, wie der Autor (Jen Vieler) den Badwater Ultramarathon erlebt. Also, viel mehr passiert da wirklich nicht, ein paar Rückblicke zu der Anmeldung und der logistischen Vorbereitung, that's it. Das ganze liest sich recht gut, und es ist auch spannend und interessant.

Trotzdem, umgehauen hat mich das Buch nicht. Was mich bei anderen Läufer-Büchern so fasziniert, die Entwicklung des Läufers und das Training, kommen hier kaum vor. Es geht um das eine Rennen - Punkt. Ja gut, ein/zwei der Vorbereitungsläufe finden auch statt, aber der Jens ist in seinem Läuferdasein so weit weg von Gut und Böse, da kann ich als normaler Läufer kaum etwas raus ziehen. Wie kommt man da hin, dass man mal eben am Wochenende 80km läuft, nur so? Wie hat er sich konkret auf den Lauf vorbereitet, hat er mehr als üblich trainiert, müsste er in seinem Alltag Entbehrungen hinnehmen? Wie sieht sein Läuferalltag aus? Aber ich vermute, er läuft einfach immer. Ein Marathon, oder auch ein Ultra, sind normal für ihn, reine Trainingsläufe.

Ich hätte mir ein bischen mehr Vorgeschichte gewünscht, den Weg, den er als Läufer genommen hat, bis er dann an dem Punkt ist wo er sagt, dass er das schafft. Ich denke das hätte mich als laufender Leser noch mehr mit genommen.

Aber, das Buch ist spannend und ich habe es gerne und mit freude gelesen. Einzig diesen Drang, raus zu gehen und zu laufen konnte es nicht so wecken wie andere Bücher, einfach weil alles was der Jens macht so unglaublich weit weg ist, und das Buch es nicht wirklich schafft, mich auf meinem Läufer-Level ab zu holen.


Laufen tue ich natürlich trotzdem, das Wetter ist aktuell ja so unglaublich gut, und der Herbst so wunderschön, da muss ich einfach raus, es wäre dumm jetzt nicht zu laufen. Und zwar lieber jeden Tag eine kleine Runde durch den Wald und es genießen, als weniger lange Läufe, und dann ist auch noch das Wetter scheiße