Gerade habe ich einen Film über unsere Milchwirtschaft beim Vegetarierbund gefunden. Die Thesen, die der Film anspricht und über die sich jeder mal Gedanken machen sollte, sind, ob und in wie weit wir überhaupt das Recht haben, ein empfindsames und soziales Lebewesen derart als Maschine zu degradieren und in ekelerregender Weise den kapitalistischen Idealen von Ertragssteigerung und Effektivität zu unterwerfen, dass all ihre natürlichen Verhaltensmuster komplett beschnitten werden, und zweitens dass die Mär von der gesunden Wirkung und Natürlichkeit der Milch eben genau das ist, ein Märchen, da der Mensch eigentlich gar nicht auf das Verarbeiten von arten-fremder Milch gemacht ist.
Natürlich unterstreicht der Film seine Botschaft durch drastische Bilder von kranken Tieren und extrem schlechten Bedingungen, unter denen sie Leben, aber die Frage stellt sich auch so. Die Tiere werden auf absolut unnatürliche Weise gehalten, werden durch künstliche Hilfsmittel gepimpt um der Nachfrage und dem Preisdruck gerecht zu werden, um dann direkt getötet zu werden, wenn sie den Anforderungen nicht mehr genügen. Nur, um ein Produkt her zu stellen, was eigentlich gar nicht so gut für uns ist und uns sogar krank macht.
Kann es das denn sein?
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Am Sonntag wurde wohl in Bochum vom Regionalverband Ruhr (RVR) der Sommer der Radkultur ausgerufen. Dabei wurde unter anderem gefordert, das Fahrrad nicht nur für Fahrradtouren, sonder verstärkt im Alltag ein zu setzten, und gerade hier im Ruhrgebiet seien die Voraussetzungen dafür besonders Vorbildlich.
Ich praktiziere die Nutzung des Rades im Alltag ja schon geraume Zeit, und habe damit hier im Ruhrgebiet sowohl gute als auch schlechte Erfahrungen gemacht.
Das Positive ist definitiv die Infrastruktur. Besonders hier in Dortmund erfahre ich am eigenen Leibe, wie immer und immer mehr Radwege entstehen. Nahezu alle großen Verkehrswege sind mittlerweile mit einer eigenen Spur für Fahrräder ausgestattet. Auch in Bochum sieht die Situation ziemlich gut aus.
Wenn man mal längere Wege zwischen den Städten auch mit dem Rad zurück legen möchte, empfiehlt sich der Radtourenplaner NRW, welcher von der Aufmachung zwar so gar nicht “2010″ ist, aber ziemlich brauchbare Ergebnisse liefert. Und so erhält man die Chance, das Ruhrgebiet auch mal auf anderem Wege zu erleben.
Was mir allerdings als Radfahrer hier im Ruhrgebiet gar nicht gefällt ist die Wahrnehmung im Straßenverkehr. Toll, da ist alles voller Radwege, aber die Autofahrer sehen das nur als zusätzlichen Parkstreifen. Viele scheinen gar nicht auf die Idee zu kommen, dass da vielleicht auch mal ein Radfahrer lang fahren möchte, und das ausweichen auf die Straße oder den Gehweg oft gefährlich ist. Auch herrlich sind die Autofahrer, die an Kreuzungen nicht vor, sondern auf dem kreuzenden Radweg zum stehen kommen.
Für Radfahrer kann es echt gefährlich werden, wenn wir nicht immer und überall daran denken, dass die Autofahrer uns prinzipiell erst mal nicht sehen und uns auch das Recht absprechen unsere Wege zu benutzen!
Mir fällt nur ein Weg ein, um die Situation zu ändern. Es müssen einfach mehr Leute Rad fahren und dabei auf ihre Rechte als Verkehrsteilnehmer bestehen. Deutlich machen, das der Radweg eben keine zusätzliche Parkspur ist (und ebenso kein Gehweg!).
Der Radfahrer muss einfach präsenter werden.
Das hat ja wieder mal gepasst. Nachdem auf der Fahrt noch thematisiert wurde, dass sich in anderen Ländern über die deutsche Schrulligkeit nur gewundert wird, auch dann an der roten Fussgängerampel stehen zu bleiben, wenn weit und breit kein Auto zu sehen ist, spielte sich nur kurz später folgende Szene ab:
Eine beampelte Straßenkreuzung. Wir, zu Fuß, und wir haben Rot. Neben uns noch ein paar Radfahrer und andere Fußgänger, aber kaum kreuzender Automobilverkehr.
Plötzlich löst sich aus der Gruppe der Fußgänger eine Person und überquert trotz rotem Signal die Straße. Es ist ja auch kein Auto zu sehen. Doch der junge Mann hatte nicht mit der deutschen Ordnungliebe gerechnet, denn einer der Radfahrer erhebt sich zum Wächter der StVO und ruft dem jungen Mann in nicht ganz so feiner Sprache Wörter hinterher, die drauf schließen lassen, dass er von seinem Geisteszustand nicht vollends überzeugt zu seien scheint (“Ey, du Vollidiot” und ähnliches).
Wir, von diesem Gehabe angenehm belustigt, spekulieren über den weiteren Verlauf dieser Szene, und siehe da: Die Ampel springt auf Grün und der selbsternannte Wächter der StVO fährt dem Sünder hinterher und stellt ihn doch tatsächlich zur Rede.
Leider konnten wir das Gespräch nicht verfolgen, da es sich in zu weiter Entfernung abspielte, aber der junge Mann schien eben so wie wir doch eher belustigt zu sein.
Okay, das waren jetzt viele Worte für eine kurze Szene, aber dieses herrliche Beispiel für diese schöne Deutsche Spießigkeit und Ordnungsliebe fand ich einfach zu gut. Hat der Typ den sonst keine Sorgen?
Das war ja gar nicht mal so gut! Ich bin mir durchaus bewusst, dass die Schuld daran nicht komplett bei dem Festival bzw. deren Veranstaltern liegt, sondern auch an vielen Begleitumständen, aber unterm Strich haben das Vainstream Rockfest und ich gestern einfach nicht zusammen gepasst. Hätte NOFX am Ende nicht so einen Spaß gemacht, wäre der Tag total für’n Arsch gewesen.
Ich habe gestern gelernt, dass es mir keinen Spaß mehr macht, viel Geld für eine Veranstaltung aus zu geben, bei der man in einer riesigen Menschenmenge bei brüllender Hitze, ohne Chance auf Schatten und vor allem ohne einen Platz wo kein Geschiebe und Gedränge ist, den ganzen Tag Bands hört die man eigentlich nicht sehen will, weil die guten Bands kurzfristig absagen mussten.
Das mit dem ganzen Geschiebe und Gedränge war glaube ich das schlimmste. Es gab einfach keinen Platz. Überall nur Gedränge. Vor der Bühne ist das ja okay (wenn da gute Musik läuft), aber da war es auf dem ganzen Gelände so. Und es gab keinen Platz, wo man sich mal in Ruhe hinsetzten und ein wenig erholen konnte. Die Leute haben sich im Klo-Bereich neben die Pissrinne auf den Boden gesetzt, weil sonst nirgendwo Platz war.
Aber es mag auch daran liegen, dass ich einfach keine 20 mehr bin.
Vielleicht hätte mich das auch nicht so gestört, wenn die Bands, wegen denen ich mir die Karte geholt hatte, nicht abgesagt hätten. Ist halt echt dumm gelaufen.
Vom Müll will ich gar nicht erst anfangen…
Und die Menschen. Gestern war (wieder mal) ein deutliches Zeichen dafür, dass die Szene über den Hai gesprungen ist. Es ist einfach keine Szene mehr, sondern absolut Massen-kompatibel. Natürlich ist es arrogant und abgehoben, darüber zu meckern dass plötzlich alle “meine Musik hören”, aber je Massen-kompatibler das ganze wird, desto mehr Vollidioten sind auch dabei. Ist einfach so. Und es ist auch einfach schön bei Festivals oder Konzerten zu wissen, dass die Menschen mehr verbindet als bloß die Musik, dass da eine Aussage hinter steht. Das kann vielleicht nicht jeder nachvollziehen, aber mir ist so etwas nicht unwichtig.
Ein nerviger Tag, den ich mit Freunden grillen im Park hätte verbringen können sollen.
Ist das geil. Schon alt, aber immer noch extrem gut!
Vor lauter Dankbarkeit hat Greenpeace eine Aktion gestartet, um BP ein neues, den Konzern noch besser präsentierendes, Logo zu entwerfen. In der Flickr-Gruppe sind schon einige gute Vorschläge versammelt.
(Beta!)